
Durch die Einsparung von Ressourcen, Zeit und Geld verbindet die Idee von Ricarda Neubauer Ökologie und Ökonomie in vorbildlicher Weise. Die mit Unterstützung der Fraunhofer- Gesellschaft entwickelte Saatgut-Wirkstoff-Kapsel ist inzwischen als Patent rechtskräftig eingetragen. Für ihre umweltschonende Erfindung wurde die 13-jährige mit dem Naturschutzpreis muna 2006 ausgezeichnet, den die DBU in Kooperation mit dem ZDF alljährlich verleiht.
Die Schuelerin aus dem bayerischen Bad Windsheim bei Nuernberg hat mit ihrer Erfindung gezeigt, dass für Ideen zur Umweltentlastung nicht unbedingt ein Studium notwendig ist.

Der Gebrauch von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln ist in der modernen Landwirtschaft zur Erzeugung ausreichender Lebensmittelmengen oder nachwachsender Rohstoffe unabdingbar geworden. Auen, Fliess- und Stillgewässer werden jedoch durch den Eintrag von Nährstoffen und Pflanzenschutzmitteln stark belastet, was zu einer drastischen Veränderung der Artenzusammensetzung dieser Lebensräume führen kann.
Die Saatgut-Wirkstoff-Kapsel von Ricarda Neubauer setzt genau an dieser Stelle an: Sie ermöglicht den gezielten Einsatz von Dünger und anderen chemischen Stoffen in Landwirtschaft oder Pflanzenzüchtung und schont dabei die Umwelt. Damit ist die Saatgut-Wirkstoff-Kapsel für den Einsatz im Nahbereich geschützter Landschaftsbereiche und naturnaher, nährstoffarmer Lebensräume besonders geeignet.

Das Prinzip der Multifunktionskapsel entspricht dem eines Depotmedikaments: Neben einem Saatkorn oder einem Keimling enthält sie Dünge-, Pflanzenschutz- und Wachstumsmittel. Die einzelnen Wirkstoffe sind jeweils von Membranen umschlossen, die sich nacheinander im Boden auflösen und die Inhaltsstoffe zeitverzögert freigeben. Der Zeitpunkt der Freigabe wird durch die Dicke der biologisch abbaubaren Hüllen bestimmt.
Die Kapseln können wie herkömmliches Saatgut maschinell ausgesät werden. Sie erfordern nur ein einmaliges Befahren der Aecker. Die Inhaltsstoffe können punktgenau an der Saat oder am Keimling wirken, die angrenzende Natur wird von unerwünschten Chemikalieneinträgen verschont.
Insgesamt lässt sich der Einsatz von Chemikalien deutlich verringern. Der verminderte Zeit- und Ressourcen aufwand spart Geld und beugt ausserdem der Bodenverdichtung durch Agrarfahrzeuge vor.

Nähere Informationen zu diesem Projekt finden Sie auf der Website der DBU (Deutsche Bundesstiftung Umwelt) » Website besuchen